{"id":1326,"date":"2014-04-16T11:21:15","date_gmt":"2014-04-16T09:21:15","guid":{"rendered":"https:\/\/f-finance.de\/?p=1326"},"modified":"2023-10-16T11:24:15","modified_gmt":"2023-10-16T09:24:15","slug":"karriere-in-der-nische-investor-relations-als-arbeitsmarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/f-finance.de\/en\/karriere-in-der-nische-investor-relations-als-arbeitsmarkt\/","title":{"rendered":"Karriere in der Nische \u2013 Investor Relations als Arbeitsmarkt"},"content":{"rendered":"<p><em>Going Public<\/em><\/p>\n<p>Der Beruf des Investor Relations Managers ist spannend und vielseitig. Die Zahl der Stellen ist jedoch begrenzt. Zunehmend ist das Ta\u0308tigkeitsfeld auch fu\u0308r Finanzanalysten attraktiv.<\/p>\n<p>Wa\u0308hrend die Anzahl der PR-Stellen in Deutschland irgendwo im mittleren fu\u0308nfstelligen Bereich gescha\u0308tzt wird, ist die Zahl der Investor-Relations- Positionen eng an die der Bo\u0308rsennotierungen geknu\u0308pft. Insgesamt sind an der Frankfurter Wertpapierbo\u0308rse 739 deutsche Unternehmen gelistet, davon 480 im regulierten Markt und 259 im Freiverkehr. Dazu kommen im regulierten Markt weitere 83 ausla\u0308ndische Emittenten, die jedoch weniger als potenzieller Arbeitgeber, sondern eher als Kunden fu\u0308r IR-Agenturen interessant sein du\u0308rften.<\/p>\n<p>Bo\u0308rsensegment entscheidend fu\u0308r Intensita\u0308t von IR<\/p>\n<p>Je prestigetra\u0308chtiger das Bo\u0308rsensegment, desto ho\u0308her die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Unternehmen fu\u0308r eine umfassende IR-Strategie mit entsprechender personeller Besetzung entscheidet. Dabei ist der Bo\u0308rsengang in den Augen der Deutschen Bo\u0308rse fu\u0308r jedes Unternehmen ein Meilenstein, denn danach steht es in viel sta\u0308rkerem Ma\u00dfe als vorher im Licht der O\u0308ffentlichkeit. \u201eDen hieraus resultierenden enormen Chancen fu\u0308r die Finanzierung des Unternehmens stehen aber auch neue Pflichten gegenu\u0308ber. Das Unternehmen muss fortlaufend bestimmte Informationspflichten gegenu\u0308ber Investoren erfu\u0308llen, zum Beispiel regelma\u0308\u00dfige Finanzberichte und die regelma\u0308\u00dfige Vero\u0308ffentlichung von wesentlichen Unternehmensmeldungen\u201c, so Dr. Cord Gebhardt, Leiter des Prima\u0308rmarktgescha\u0308fts bei der Deutschen Bo\u0308rse.<\/p>\n<p>Auch die Gro\u0308\u00dfe der Investor-Relations-Abteilung ha\u0308ngt vom Bo\u0308rsensegment ab. Die meisten Unternehmen bescha\u0308ftigen ein bis zwei Mitarbeiter. Bernhard Wolf, Head of Investor Relations bei der GfK SE und lange Jahre Pra\u0308sident und Vorstandsmitglied des Deutschen Investor Relations Verbands (DIRK), erkla\u0308rt dazu: \u201eUnser DIRKStimmungsbarometer zeigt an, dass knapp zwei Drittel aller Investor-Relations-Abteilungen von DIRK-Mitgliedern aus ein bis zwei Personen bestehen. Knapp ein Drittel aller Befragten gab die Bescha\u0308ftigung von mehr als zwei Mitarbeitern in diesem Bereich an. Das ist fu\u0308r ein so hoch spezialisiertes Ta\u0308tigkeitsprofil gar kein schlechtes Ergebnis. Die Anzahl der Stellen fu\u0308r Fu\u0308hrungskra\u0308fte ist dagegen eher begrenzt. Sobald der IPOMarkt wieder in Schwung kommt, wird sich das a\u0308ndern.\u201c<\/p>\n<p>Etwa 10% der Stellen neu zu besetzen Michael Diegelmann, Vorstand der cometis AG, hat die o\u0308ffentlich ausgeschriebenen IR-Stellen fu\u0308r das Jahr 2013 ausgewertet. Dabei hat er auch Angebote von Agenturen und Dienstleistern einbezogen. Sieht man von den Praktikantenstellen ab, die etwas weniger als die Ha\u0308lfte aller Ausschreibungen ausmachen, so gab es im vergangenen Jahr ca. 70 Neubesetzungen fu\u0308r Junior und Senior Manager. \u201eDiesen 70 Stellenangeboten stehen unserer Einscha\u0308tzung nach etwa 700 Investor-Relations-Arbeitspla\u0308tze gegenu\u0308ber. Das hei\u00dft, es ist ein relativ enger Markt, in den auch immer wieder neue Akteure eintreten. Dazu kommt, dass ein Anziehen bei den Bo\u0308rsenga\u0308ngen, aus dem sich neue IR-Stellen ergeben wu\u0308rden, derzeit nur rudimenta\u0308r vorhanden ist.\u201c<\/p>\n<p>Die relativ knappe Zahl an einschla\u0308gigen Stellenangeboten geht einher mit immer festeren Vorstellungen, die ku\u0308nftige Arbeitgeber von ihren Wunschkandidaten haben. \u201eDie Entwicklungen der letzten Jahre zeigen sehr deutlich, dass Unternehmen immer konkreter werden bei der Definition des Kandidatenprofils\u201c, <strong>konstatiert Patrick Riske<\/strong>, <strong>gescha\u0308ftsfu\u0308hrender Gesellschafter bei Fricke Finance &#038; Legal<\/strong>. Er ist auf die Vermittlung von Bankpersonal und Investor Relations spezialisiert. \u201eEs wird nicht allgemein ein guter Mitarbeiter gesucht, sondern ein Mitarbeiter, der ganz bestimmte Erfahrungen vorweisen kann, beziehungsweise der ein ganz bestimmtes Anforderungsprofil erfu\u0308llt. Das engt die Mo\u0308glichkeiten eines Personalberaters, bei der Besetzung einer Position ,kreativ\u2018 zu werden und den Kandidaten als Person in den Vordergrund zu stellen, erheblich ein.\u201c<\/p>\n<p>Trend zu Kapitalmarkt-Spezialisten erkennbar<\/p>\n<p>Auch stellt Riske fest, dass sich das Anforderungsprofil des IR-Managers im Hinblick auf die Kapitalmarktkommunikation gewandelt hat: \u201eFru\u0308her lag der Schwerpunkt eher auf der Kommunikation, neuerdings wird er immer mehr auf Kapitalmarkt gelegt.\u201c Das hat zur Folge, dass hinsichtlich der Ausbildung ein betriebswirtschaftlicher Hintergrund und hinsichtlich der beruflichen Ta\u0308tigkeit die Kapitalmarkterfahrung immer mehr an Bedeutung gewinnen. \u201eIn der ju\u0308ngeren Vergangenheit konnte man sehen, wie Aktienanalysten \u2013 sicherlich auch bedingt durch den Jobabbau in der klassischen Analyse \u2013 immer mehr in den Bereich IR wechseln\u201c, so Riske.<\/p>\n<p>Diesen Wechsel hat Ralf Dibbern, Vice President Investor Relations\/Public Relations bei der alstria office REIT-AG, vollzogen, nachdem er zuvor u\u0308ber zehn Jahre als Aktienanalyst ta\u0308tig war. Er findet, dass die Erfahrung als Analyst eine sehr gute Grundlage fu\u0308r einen IR-Manager ist, denn der Kapitalmarkt habe seine eigene Sprache und seine eigenen Denkmuster. \u201eWenn man diese beherrscht, erleichtert dies natu\u0308rlich die Versta\u0308ndigung\u201c, erkla\u0308rt Dibbern. \u201eIch versuche zudem, das eigene Unternehmen stets durch die Brille eines externen Analysten zu sehen. Denn wenn sich das Unternehmen nicht mit den o\u0308ffentlich verfu\u0308gbaren Informationen modellieren la\u0308sst, muss man als Unternehmen seine Informationsqualita\u0308t verbessern.\u201c<\/p>\n<p>IR-Profil muss zum Unternehmen passen<\/p>\n<p>Auch in den Augen der Deutschen Bo\u0308rse spielt laut Gebhardt die Qualita\u0308t der Kommunikation eine besondere Rolle: \u201eMit dem Bo\u0308rsengang hat ein Unternehmen ein weiteres neues Produkt im Angebot: die eigene Aktie.\u201c Entsprechend sorgfa\u0308ltig und professionell sollte der Emittent seiner Ansicht nach mit den Transparenzanforderungen gegenu\u0308ber Investoren umgehen.<\/p>\n<p>Offensichtlich gibt es kein Patentrezept dafu\u0308r, wie dieses strategische Ziel am besten zu erreichen ist. Wa\u0308hrend die einen Emittenten auf die hohe Spezialisierung ihrer IR-Mitarbeiter setzen, legen andere diese Schlu\u0308sselaufgabe bewusst in die Ha\u0308nde von Generalisten. \u201eDas Berufsfeld a\u0308ndert sich schnell, da sollte man sich nicht zu eng aufstellen\u201c, erla\u0308utert Wolf die Bandbreite in seinem Team bei der GfK. \u201eEine bunte Mischung an Erfahrungshintergru\u0308nden bringt viele neue Ideen und Blickwinkel ins Spiel, auf die ich in meinem Team nicht verzichten mo\u0308chte. Dadurch geben wir gerade bei der Analysten- und Investorenbetreuung neue Impulse, die von der Zielgruppe sehr gescha\u0308tzt werden.\u201c<\/p>\n<p>Auch fu\u0308r Dibbern gibt es Aufgaben, auf die ihn seine vorherige Ta\u0308tigkeit nicht vorbereitet hat. \u201eWenn man in eine Branche einsteigt, die man vorher schon gecovert hat, bringt man natu\u0308rlich viel Fachwissen und Erfahrung mit.\u201c Neu seien fu\u0308r einen Umsteiger u\u0308blicherweise Themen wie das Kapitalmarktrecht. \u201eAnsonsten muss man sich tief in das Unternehmen einarbeiten, denn Investoren und Analysten erwarten bei Fragen schnelle, verbindliche und versta\u0308ndliche Antworten.\u201c<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Es ist ein schmaler Grat zwischen spannendem Aufgabengebiet und eingeschra\u0308nktem Stellenangebot, auf dem sich die IR bewegt. Aus Beratersicht scha\u0308tzt Diegelmann die Lage folgenderma\u00dfen ein: \u201eEs reicht fu\u0308r einen etablierten Investor Relations Manager oder Berater nicht aus, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Beide sollten ihre Expertise und Netzwerk sta\u0308ndig weiter ausbauen und u\u0308ber den eigenen Tellerrand hinausschauen. Nur so bleibt man fu\u0308r potenzielle Arbeitgeber \u2013 auch in benachbarten Disziplinen \u2013 interessant.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Going Public Der Beruf des Investor Relations Managers ist spannend <a href=\"https:\/\/f-finance.de\/en\/karriere-in-der-nische-investor-relations-als-arbeitsmarkt\/\">&#8230; <br \/><span class=\"mehr-link\"><br \/>\u2192 Zum Artikel<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-1326","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1326","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1326"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1326\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1327,"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1326\/revisions\/1327"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1326"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1326"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1326"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}