{"id":1322,"date":"2014-05-16T10:39:24","date_gmt":"2014-05-16T08:39:24","guid":{"rendered":"https:\/\/f-finance.de\/?p=1322"},"modified":"2023-10-16T10:42:33","modified_gmt":"2023-10-16T08:42:33","slug":"welche-fragen-in-einem-vorstellungsgespraech-tabu-sind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/f-finance.de\/en\/welche-fragen-in-einem-vorstellungsgespraech-tabu-sind\/","title":{"rendered":"Welche Fragen in einem Vorstellungsgespra\u0308ch tabu sind"},"content":{"rendered":"<p><em>eFinancialCareers.de<\/em><\/p>\n<p>So mancher Arbeitgeber missversteht Vorstellungsgespra\u0308che als Fragestunden. Dabei muss der Bewerber nicht etwa alles beantworten. Denn spa\u0308testens seit dem Allgemeinen-Gleichstellungsgesetz (AGG) gibt es \u201ezula\u0308ssige\u201c und \u201eunzula\u0308ssige\u201c Fragen. Dennoch werden auch weiterhin unzula\u0308ssige Fragen gestellt. Au\u00dferdem gibt es legale Fragen, die Kandidaten dennoch nicht beantworten sollten. Bei weiteren Fragen sollten sich Bewerber ganz genau u\u0308berlegen, welche Antwort geboten ist und welche nicht.<\/p>\n<p>1. Sind Sie schwanger?<\/p>\n<p>Der Klassiker unter den Tabufragen. Fragen zu Schwangerschaft, sexueller oder politischer Orientierung geho\u0308ren nicht ins Vorstellungsgespra\u0308ch, da es hier nur um die fachliche und perso\u0308nliche Eignung fu\u0308r die fragliche Stelle geht und nicht um das Privatleben.<\/p>\n<p>Laut Headhunter Mike Boetticher von der match personalberatung in Frankfurt stehe die Frage bei Frauen mit drei bis sechs Jahren Berufserfahrung ha\u0308ufig im Raum. Obgleich unzula\u0308ssig werde die Frage dennoch gestellt. \u201eDie Arbeitgeber sagen dann so etwas wie: \u201aIch wei\u00df, dass ich die Frage nicht stellen darf und Sie mu\u0308ssen sie auch nicht beantworten. Dennoch mo\u0308chte ich fragen, wie es bei Ihnen mit der Familienplanung aussieht\u201c, berichtet Boetticher. In diesem Fall ist eine Lu\u0308ge durchaus statthaft.<\/p>\n<p>\u201eAu\u00dferdem kommen Kinder, wie wir ja alle wissen, auch ohne gro\u00dfe Planung\u201c, erga\u0308nzt Boetticher. Mithin kann niemand einer Bewerberin unterstellen, die Unwahrheit gesagt zu haben. Allerdings ko\u0308nnen die Arbeitgeber aus der Art und Weise, wie diese Tabufrage beantwortet wird, durchaus Ru\u0308ckschlu\u0308sse ziehen. Boetticher ra\u0308t, diese Frage mit einer Floskel wie: \u201eda ist noch nichts geplant\u201c zu beantworten.<\/p>\n<p>2. Wie alt sind Sie?<\/p>\n<p>Wieder ein Klassiker aus dem AGG-Zeitalter. Niemand darf aufgrund seines Alters diskriminiert werden \u2013 soweit die Theorie. \u201eInoffiziell steht das immer im Raum\u201c, sagt Headhunter David Kitzinger von Badenoch &#038; Clark in Luxemburg. Denn oftmals solle ein Kandidat bei einem Suchauftrag z.B. zwischen 35 und 45 Jahre alt sein. Allerdings enthalten nur Lebensla\u0308ufe aus dem deutschsprachigen Raum Angaben zu Alter oder Geburtsdatum. In angelsa\u0308chsischen, franzo\u0308sischen, aber auch skandinavischen Lebensla\u0308ufen ist Kitzinger so etwas noch nicht begegnet. \u201eDas la\u0308sst sich aber aus dem Lebenslauf leicht errechnen\u201c, erga\u0308nzt der Headhunter.<\/p>\n<p>3. Mit wem arbeiten Sie zusammen und an wen berichten Sie?<\/p>\n<p>Die Frage ist zwar nicht unzula\u0308ssig, dennoch mit Fingerspitzengefu\u0308hl zu behandeln. Headhunter und Arbeitgeber wollen natu\u0308rlich wissen, in welcher Funktion ein Kandidat gearbeitet hat und welche Rolle er in einem Team spielte. Allerdings sollten dabei keine Namen fallen. \u201eSobald es in Richtung Namen geht, handelt es sich um vertrauliche Informationen\u201c, betont Headhunter <strong>Thomas von Ciriacy-Wantrup<\/strong> von <strong>Fricke Finance &#038; Legal<\/strong> in Frankfurt. \u201eEs genu\u0308gt vo\u0308llig, wenn Sie antworten: \u201aIch habe an den Head of M&#038;A Germany berichtet\u2018 und nicht an Peter Schmidt\u201c, erla\u0308utert von Ciriacy-Wantrup. Funktionen sind also erlaubt, Namen nicht.<\/p>\n<p>4. Wieso wollen Sie Ihren alten Arbeitgeber verlassen?<\/p>\n<p>Auch hierbei handelt es sich um eine zula\u0308ssige Frage. Allerdings lauern hier bo\u0308se Fallen. So sollten Kandidaten diese Frage nicht als Einladung missverstehen, u\u0308ber ihren alten Arbeitgeber herzuziehen. \u201eMan sollte nicht in die Lage geraten, schlecht u\u0308ber den Arbeitgeber zu reden\u201c, warnt von Ciriacy- Wantrup. \u201eDas kommt ganz schlecht an.\u201c<\/p>\n<p>5. An welchen Deals und Transaktionen arbeiten Sie mit?<\/p>\n<p>Fragen zum aktuellen Gescha\u0308ft sollte ein Kandidat in einem Vorstellungsgespra\u0308ch nur mit Vorsicht beantworten. \u201eDas ist vo\u0308llig vertraulich\u201c, warnt von Ciriacy-Wantrup. Au\u00dferdem frage sich ein Arbeitgeber dann schon, ob der Kandidat nicht auch vertrauliche Informationen von seinem Unternehmen ausplaudern wu\u0308rde.<\/p>\n<p>6. Haben Sie sich anderswo beworben?<\/p>\n<p>Dies stellt ebenfalls eine zula\u0308ssige Frage dar. Oftmals wu\u0308rden Arbeitgeber in einem fortgeschrittenen Bewerbungsprozess Formulierungen anbringen wie: \u201eStehen Sie untere Entscheidungsdruck?\u201c Damit will der Arbeitgeber erfahren, ob er sich selbst mit seinem Entscheidungsprozess beeilen muss, damit der Kandidat nicht abspringt und anderswo anfa\u0308ngt. Allerdings sollten Kandidaten auch hier niemals Namen nennen. \u201eSie wissen ja nie, wer wen kennt\u201c, betont Boetticher.<\/p>\n<p>\u201eEs kommt ganz darauf an, welche Klangfarbe man dieser Frage gibt\u201c, erga\u0308nzt Kitzinger. \u201eMan kann sie feindlich, aber auch freundlich stellen.\u201c Auch Kitzinger ra\u0308t niemals anzugeben, bei welcher Adresse man sich beworben hat. \u201eDa sollte man vorsichtig sein.\u201c<\/p>\n<p>7. Geben Sie mir die Kontaktdaten Ihrer Referenz<\/p>\n<p>Da die Arbeitszeugnisse kaum noch Aussagekraft besitzen, spielen Referenzen eine wachsende Rolle. Allerdings warnt von Ciriacy-Wantrup davor, Handynummern oder sogar private Kontaktdaten vorschnell herauszuru\u0308cken. \u201eAls Kandidat mu\u0308ssen Sie die Informationen immer in der Hand behalten\u201c, empfiehlt der Headhunter. Bewerber sollten daher sicherstellen, dass sie informiert werden, bevor ein Arbeitgeber die Referenz anruft. Auf diese Weise ko\u0308nne der Kandidat seine Referenz auch vorwarnen.<\/p>\n<p>8. Wie viel verdienen Sie?<\/p>\n<p>Eine Frage, die vielleicht delikat, aber dennoch vo\u0308llig legitim ist. Nach Boettichers Erfahrung werde dieses Thema von Arbeitgebern tendenziell erst am Ende eines Vorstellungsgespra\u0308chs oder sogar erst im zweiten Gespra\u0308ch angesprochen. \u201eDas ist ein klares Kaufsignal\u201c, betont Boetticher. Kandidaten sollten die Frage daher als positives Zeichen werten und wahrheitsgema\u0308\u00df beantworten.<\/p>\n<p>Personalvermittler wiederum mo\u0308chten recht fru\u0308h erfahren, wie viel ein potenzieller Kandidat verdient. \u201eWir wollen wissen, ob der Kandidat gehaltsma\u0308\u00dfig in der Range liegt oder nicht.\u201c 90 Prozent der Kandidaten ha\u0308tten mit der Antwort auch kein Problem.<\/p>\n<p>Headhunterin Stefanie Storck von Capital Talents in Frankfurt vereinbart u\u0308blicherweise mit einem Kandidaten zuna\u0308chst ein Gespra\u0308ch, in dem das Profil, die Anforderungen und die Lokalita\u0308t der fraglichen Stelle besprochen werden. Anschlie\u00dfend versuche sie auch einen Eindruck vom Ist-Gehalt zu erhalten. \u201eDas geschieht auch, um den Kandidaten vor Zeitverschwendung zu schu\u0308tzen\u201c, sagt Storck. Denn besonders au\u00dferhalb der Banken wu\u0308rden die Personalbudgets meist streng eingehalten. \u201eWenn ein Kandidat nicht in den Gehaltsrahmen hineinpasst, dann brauche ich ihn in den meisten Fa\u0308llen gar nicht erst zu pra\u0308sentieren.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>eFinancialCareers.de So mancher Arbeitgeber missversteht Vorstellungsgespra\u0308che als Fragestunden. 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