{"id":1298,"date":"2017-04-16T10:03:50","date_gmt":"2017-04-16T08:03:50","guid":{"rendered":"https:\/\/f-finance.de\/?p=1298"},"modified":"2023-10-16T10:06:49","modified_gmt":"2023-10-16T08:06:49","slug":"der-grosse-drahtseilakt-wie-haeufig-kandidaten-in-der-karriere-wechseln-sollten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/f-finance.de\/en\/der-grosse-drahtseilakt-wie-haeufig-kandidaten-in-der-karriere-wechseln-sollten\/","title":{"rendered":"Der gro\u00dfe Drahtseilakt: Wie ha\u0308ufig Kandidaten in der Karriere wechseln sollten"},"content":{"rendered":"<p><em>eFinancialCareers.de<\/em><\/p>\n<p>Die Frage, wie ha\u0308ufig man in einer Karriere wechseln sollte, gleicht einem Drahtseilakt. \u201eWenn man zu ha\u0308ufig wechselt, dann wird einem Kontinuita\u0308t und Loyalita\u0308t abgesprochen und wenn man nicht ha\u0308ufig genug wechselt, dann wird einem abgesprochen, flexibel zu sein und sich auf neue Situationen einstellen zu ko\u0308nnen\u201c, warnt Headhunter <strong>Patrick Riske<\/strong> von <strong>Fricke Finance &#038; Legal<\/strong> in Frankfurt. \u201eMan muss eine gesunde Mitte finden.\u201c Doch wie sieht dieser Drahtseilakt aus? Die Personalvermittler, mit denen wir gesprochen haben, wissen auch kein immer gu\u0308ltiges Rezept. Allerdings gibt es wichtige Kriterien.<\/p>\n<p>Alle guten Dinge sind drei<\/p>\n<p>\u201eIch halte es nicht fu\u0308r ratsam, alle 24 Monate zu wechseln und so in acht Jahren auf vier Arbeitgeber zu kommen\u201c, sagt Headhunter Raphael Rosenfeld von Argos Advisors in Mu\u0308nchen. Falls der Arbeitgeber den Mitarbeiter auch noch u\u0308ber einen Personalberater einstellt und dessen Honorar bezahlen mu\u0308sse, wu\u0308rde so mancher Arbeitgeber sich gegen den Kandidaten entscheiden. \u201eAlle gute Dinge sind drei\u201c, meint Rosenfeld. \u201eWenn man alle drei Jahre wechselt, dann ist das in Ordnung. Es sollte aber immer eine gewisse Konstanz erkennbar sein.\u201c<\/p>\n<p>Drei Wechsel in drei Jahren ha\u0308lt Riske ebenfalls fu\u0308r einen guten Wert. Doch auch hierbei gilt es einiges zu beachten. \u201eWenn man ein, zwei kurze Stationen hinter sich hat, dann muss man sehr gut aufpassen, dass die dritte Station passt. Man muss mit der dritten Station die beiden kurzen Stationen gewisserma\u00dfen ausgleichen\u201c, empfiehlt Riske. Diese du\u0308rfe dann auch schon mal fu\u0308nf Jahre oder la\u0308nger dauern.<\/p>\n<p>\u201eAn irgendeiner Stelle sollten die Leute bewiesen haben, dass sie auch innerhalb einer Firma ein oder zwei Karriereschritte machen ko\u0308nnen\u201c, erga\u0308nzt Rosenfeld. \u201eDies zeugt von Durchsetzungsvermo\u0308gen innerhalb bestehender Strukturen als auch von Anerkennung gegenu\u0308ber dem Mitarbeiter.\u201d<\/p>\n<p>Nach vielen Jahren bei demselben Arbeitgeber fa\u0308llt der Wechsel schwieriger<\/p>\n<p>Allerdings kann sich auch eine langja\u0308hrige Unternehmenszugeho\u0308rigkeit zu einem veritablen Karrierehindernis entwickeln. So beobachtet Rosenfeld immer wieder, dass es Kandidaten nach zehn Jahren in dem gleichen Gro\u00dfunternehmen schwer<br \/>\nfalle, sich in ein neues, vielleicht auch noch kleineres Unternehmen einzufinden.<\/p>\n<p>Riske empfiehlt innerhalb von zehn Jahren mindestens einen Wechsel. Zwar ga\u0308be es auch Arbeitnehmer, die bei einem Unternehmen voll zufrieden sind und alles klaglos laufe, doch ohne Wechsel wu\u0308rden Angestellte oftmals unwissend ein Risiko eingehen. Wenn es zu einer Restrukturierung komme und sich diese Mitarbeiter \u2013 aus welchen Gru\u0308nden auch immer \u2013 neuorientieren mu\u0308ssten, dann werde ihnen die erforderliche Flexibilita\u0308t abgesprochen.<\/p>\n<p>\u201eEin Wechsel in zehn Jahren stellt eine Art von Versicherung dar. Man erwirbt neue Skills und zeigt, dass man eine gewisse Flexibilita\u0308t mitbringt\u201c, erla\u0308utert Riske. \u201eWenn man 20 Jahre bei demselben Institut verbracht hat, dann wird einem Kandidaten unterstellt, unflexibel geworden zu sein.\u201c<\/p>\n<p>Ha\u0308ufigkeit eines Wechsels sollte mit der Karriere abnehmen<\/p>\n<p>\u201eWenn jemand sich am Anfang seiner Karriere befindet, dann kann eine Station auch einmal etwas ku\u0308rzer ausfallen; dann testet man noch etwas aus\u201c, meint Riske.<\/p>\n<p>Auch fu\u0308r Rosenfeld ist es vollkommen in Ordnung, dass sich jemand nach zwei Jahren im ersten Job nach einer neuen Herausforderung umschaut. \u201eDie Wechselha\u0308ufigkeit sollte im Lauf der Karriere abnehmen\u201c, empfiehlt Rosenfeld.<\/p>\n<p>Ein Wechsel muss sinnvoll sein<\/p>\n<p>Headhunter Manuel Rehwald von Rehwald Associates in Ko\u0308nigstein ra\u0308t von Wechseln aus rein finanziellen Gru\u0308nden ab: \u201eNur fu\u0308r ein bisschen mehr Geld sollten Kandidaten nicht wechseln \u2013 vor allem, wenn das Unternehmen schlechter dasteht oder Produkte mit ma\u0308\u00dfiger Performance anbietet.\u201c Ohnehin wu\u0308rden sich seit der Finanzkrise immer mehr Finanzprofis \u2013 darunter auch zunehmend Investmentbanker \u2013 einen Wechsel ganz genau u\u0308berlegen. \u201eIch sehe den Trend, dass die Menschen immer seltener wegen des Geldes wechseln und immer sta\u0308rker auf eine langfristige Perspektive achten\u201c, sagt Rehwald. \u201eMan sollte nur fu\u0308r einen Karriereschritt oder eine Lernkurve wechseln.\u201c Dies ko\u0308nne z.B. in der U\u0308bernahme von mehr Verantwortung oder dem Umgang mit neuen Produkten bestehen.<\/p>\n<p>Die Wechselha\u0308ufigkeit ha\u0308ngt auch vom Profil ab<\/p>\n<p>Laut Rehwald ha\u0308nge es auch sehr von der Ta\u0308tigkeit ab, wie ha\u0308ufig ein Jobwechsel sinnvoll ist. So spiele Langfristigkeit und Loyalita\u0308t im Wealth Management tendenziell eine gro\u0308\u00dfere Rolle als im Investmentbanking. Allerdings beobachte Rehwald auch dort die Tendenz zu einem la\u0308ngerfristigeren Engagement.<\/p>\n<p>Ganz a\u0308hnlich sieht dies Riske: \u201eMan findet deutliche Unterschiede zwischen der \u201aGeneral Industry\u2018 und \u201aFinancial Services\u2018.\u201c In der Finanzdienstleistungen fielen die Wechsel ha\u0308ufiger als in den u\u0308brigen Branchen aus. Auch steige die Wechselha\u0308ufigkeit in Sektoren, in denen ein Fachkra\u0308ftemangel herrsche. \u201eDa wo mehr gesucht wird, wird auch mehr gewechselt\u201c, beobachtet Riske. \u201eDie Arbeitgeber fo\u0308rdern dies, indem sie den Kandidaten die gro\u00dfe Karotte in Gestalt von mehr Geld unter die Nase halten.\u201c<\/p>\n<p>Das unterscha\u0308tzte Risiko<\/p>\n<p>Nach Riskes Erfahrungen wu\u0308rden viele Kandidaten das Risiko eines Jobwechsels unterscha\u0308tzen. Sicher sei bei einem Wechsel ein Gehaltsaufschlag von 15 bis 20 Prozent u\u0308blich. \u201eAllerdings handelt es sich dabei auch um eine Art Risikopra\u0308mie\u201c, warnt Riske. Der neue Arbeitgeber ko\u0308nne in wirtschaftliche Schieflage geraten, es ko\u0308nnten Restrukturierungen anstehen, man selbst die Erwartungen nicht erfu\u0308llen oder einfach nur der Chef wechseln. \u201eLetztendlich wei\u00df man erst, woran man ist, wenn man bei dem Unternehmen angefangen hat\u201c, gibt Riske zu bedenken. Wenn es bei dem neuen Arbeitgeber nicht wie erhofft laufe und man sich nach einem neuen Arbeitsplatz umsehen mu\u0308sse, dann habe man schon zwei Wechsel im Lebenslauf.<\/p>\n<p>Der schwarze Peter liegt beim Kandidaten<\/p>\n<p>\u201eWenn Sie zu ha\u0308ufig wechseln, dann mu\u0308ssen sie sich rechtfertigen\u201c, warnt Riske. Auch wenn es gute Gru\u0308nde fu\u0308r den Wechsel gebe, die mit der Perso\u0308nlichkeit des Kandidaten nicht zusammenhingen, bleibe doch immer ein negativer Eindruck ha\u0308ngen. \u201eDer Deutsche neigt dazu, eher skeptisch zu sein.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>eFinancialCareers.de Die Frage, wie ha\u0308ufig man in einer Karriere wechseln <a href=\"https:\/\/f-finance.de\/en\/der-grosse-drahtseilakt-wie-haeufig-kandidaten-in-der-karriere-wechseln-sollten\/\">&#8230; <br \/><span class=\"mehr-link\"><br \/>\u2192 Zum Artikel<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-1298","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1298","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1298"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1298\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1299,"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1298\/revisions\/1299"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1298"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1298"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1298"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}