{"id":1271,"date":"2017-11-16T09:28:16","date_gmt":"2017-11-16T08:28:16","guid":{"rendered":"https:\/\/f-finance.de\/?p=1271"},"modified":"2023-10-16T09:31:40","modified_gmt":"2023-10-16T07:31:40","slug":"wie-der-absprung-vom-investment-banking-zu-corporates-gelingt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wie-der-absprung-vom-investment-banking-zu-corporates-gelingt\/","title":{"rendered":"Wie der Absprung vom Investment Banking zu Corporates gelingt"},"content":{"rendered":"<p><em>eFinancialCareers.de<\/em><\/p>\n<p>Nach 20 Jahren im Investment Banking ist Alexander Doll der Absprung gelungen. Der ehemalige Deutschlandchef von Barclays ist neuerdings Logistikvorstand der Bahn. Ein seltener aber, aber kein einzigartiger Karriereschritt. \u201eDoll hat die Bahn jahrelang als Key Account betreut. Er hat sehr gute Kontakte zu dem aktuellen und dem vorherigen Bahnvorstand. Ohne diese Kontakte wa\u0308re ihm der Wechsel wohl kaum gelungen\u201c, meint Headhunterin Sabrina Tamm von Financial Talents in Frankfurt. Zuvor hatte der heutige 47ja\u0308hrige bei Lazard das Logistik- und Infrastrukturteam geleitet. Doch worauf mu\u0308ssen Investmentbanker bei einem Absprung zu Corporates achten?<\/p>\n<p>Fru\u0308hzeitig abspringen<\/p>\n<p>Der Wechsel auf Vorstandsebene wie bei Doll stellt eine Rarita\u0308t dar. Tamm empfiehlt Investmentbankern schon nach zwei oder drei Jahren Berufserfahrung zu dem Schritt. \u201eJu\u0308ngere Banker gelten als besser integrierbar\u201c, sagt Tamm. Au\u00dferdem seien ihre Gehaltsvorstellungen noch nicht allzu hoch.<\/p>\n<p>Laut Headhunter <strong>Thomas von Ciriacy-Wantrup<\/strong> von <strong>Fricke Finance &#038; Legal<\/strong> in Frankfurt ist der Absprung auf Senior Associate- und auf Junior Vice President- Level, also mit fu\u0308nf bis sieben Jahren Berufserfahrung, besonders erfolgsversprechend. Spa\u0308ter wu\u0308rde der Wechsel deutlich schwerer fallen. Viele Unternehmen wu\u0308rden ehemalige Investmentbanker ungern direkt in Fu\u0308hrungsaufgaben einstellen. \u201eWenn Sie in einem Team von fu\u0308nf Mitarbeitern die Fu\u0308hrungsrolle extern besetzen, dann haben sie mindestens fu\u0308nf Leute unglu\u0308cklich gemacht\u201c, lacht der Headhunter.<\/p>\n<p>Gute Chancen in Corporate M&#038;A und Business Development<\/p>\n<p>Gute Chancen haben Investment Banker offensichtlich in den M&#038;A-Abteilungen von Gro\u00dfunternehmen. Von Ciriacy-Wantrup hat aber auch schon Vakanzen im Treasury eines SDAX-Unternehmens besetzt. \u201eDas Unternehmen wollte sich den Finanzierungskanal u\u0308ber Anleihen ero\u0308ffnen und das Knowhow intern bereithalten\u201c, berichtet der Headhunter. Entsprechend wurden Kandidaten mit Erfahrung in Debt Capital Markets gesucht.<\/p>\n<p>Neben M&#038;A haben Investmentbanker auch Chancen im Business Delevopment und in Strategieabteilungen. \u201eOftmals ist die Arbeit im Business Development spannender als in Corporate M&#038;A\u201c, erza\u0308hlt Tamm. Dort erscho\u0308pfe sich die Arbeit meist mit der Execution, also der Ausfu\u0308hrung von Transaktionen.<\/p>\n<p>Transaktionserfahrung wichtiger als Branchenerfahrung<\/p>\n<p>\u201eEs ist natu\u0308rlich optimal, wenn jemand bereits Branchenerfahrung mitbringt, es stellt aber selten eine Voraussetzung dar\u201c, erza\u0308hlt von Ciriacy-Wantrup. Wer als Investmentbanker zu einem Pharmaunternehmen wechsle, mu\u0308sse also nicht zwingend im Pharmateam einer Investmentbank gearbeitet haben. \u201eTransaktionserfahrung ist den Unternehmen meist wichtiger als Branchenerfahrung.\u201c Investmentbanker sollten also mo\u0308glichst bereits einige Transaktionen von A bis Z durchexerziert haben. \u201eDie arbeiten ohnehin in Tandems mit dem Business zusammen.\u201c<\/p>\n<p>Ganz a\u0308hnlich sieht dies Tamm. Das Branchenknowhow in einem M&#038;A-Team eines Pharmakonzerns sei weitaus gro\u0308\u00dfer als im Pharmateam einer Investmentbank.<\/p>\n<p>A\u0308hnliche Geha\u0308lter, geringere Boni<\/p>\n<p>Nach von Ciriacy-Wantrups Erfahrung reichen die Geha\u0308lter bei Gro\u00dfunternehmen durchaus ans Investment Banking heran. Bei den Boni mu\u0308ssten Banker allerdings empfindliche Abstriche einkalkulieren. Wa\u0308hrend im Investment Banking M&#038;A nach guten Jahren Boni von u\u0308ber 100 Prozent mo\u0308glich seien, rangierten sie in Corporate M&#038;A eher zwischen 20 bis 25 Prozent.<\/p>\n<p>Auf die Kultur achten<\/p>\n<p>\u201eManche Investmentbanker erleiden beim Wechsel zu Corporates einen richtigen Kulturschock\u201c, warnt Tamm. Die Unternehmenskultur von Investmentbanken und Gro\u00dfunternehmen unterscheide sich oft betra\u0308chtlich. Daher empfiehlt Tamm sich die Kultur genau anzuschauen. \u201eVersuchen Sie beim Vorstellungsprozess mit Teammitgliedern zu sprechen, um einen Eindruck von der Kultur zu gewinnen.\u201c<\/p>\n<p>Vorsicht bei den Arbeitszeiten<\/p>\n<p>Die langen Arbeitszeiten stellen meist einen wichtigen Grund fu\u0308r den Absprung aus dem Investment Banking dar. \u201eSo mancher Vice President will das seiner Gesundheit einfach nicht mehr antun\u201c, erza\u0308hlt von Ciriacy-Wantrup. Da sich Corporate M&#038;A oft auf die Execution konzentriere, fielen hier die Arbeitszeiten meist humaner als im Investment Banking aus.<\/p>\n<p>Doch sicher ist das nicht. In manchen Unternehmen erreichen die Arbeitszeiten durchaus Investment Banking-Dimensionen. \u201eDa hat schon mancher nach dem Wechsel eine herbe Entta\u0308uschung erlebt\u201c, betont Tamm. Auch hier gelte es vor einem Wechsel gru\u0308ndlich zu recherchieren.<\/p>\n<p>Ernu\u0308chterung bei den Standorten<\/p>\n<p>Anders als im Investment Banking, wo jenseits von Frankfurt, Mu\u0308nchen und Du\u0308sseldorf die Wu\u0308ste beginnt, sind Gro\u00dfunternehmen u\u0308ber die Republik verteilt. \u201eBei der Standortfrage kehrt bei wechselwilligen Investmentbankern rasch Ernu\u0308chterung ein\u201c, kommentiert Tamm. \u201eHeadhuntern fa\u0308llt es deutlich schwerer, jemanden fu\u0308r Hagen als fu\u0308r Frankfurt, Mu\u0308nchen oder Hamburg zu finden.\u201c<\/p>\n<p>Sogar der Ru\u0308ckweg ins Investment Banking ist mo\u0308glich<\/p>\n<p>Doch Doll ist nicht der einzige Investmentbanker, dem der Sprung in den Vorstand eines Gro\u00dfkonzerns gelungen ist. Dieses kleine Kunststu\u0308ck hat Marcus Schenk bereits 2006 beim Energieriesen E.ON vorgemacht, wo er nach vielen Jahren bei McKinsey und Goldman Sachs zum Finanzchef aufstieg. Die Pointe dabei: 2013 kehrte er ins Investment Banking der Deutschen Bank zuru\u0308ck und avancierte hier 2015 zum Finanzvorstand. Seit 2017 leitet er gemeinsam mit Garth Ritchie das Corporate &#038; Investment Banking. Er wird sogar als mo\u0308glicher Kronprinz von Konzernchef John Cryan gehandelt. \u201eDer Wechsel zu E.ON war ein sehr kluger Karriereschritt. Ohne den wa\u0308re Schenk bei der Deutschen Bank wohl kaum so weit gelangt\u201c, meint Tamm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>eFinancialCareers.de Nach 20 Jahren im Investment Banking ist Alexander Doll <a href=\"https:\/\/f-finance.de\/en\/wie-der-absprung-vom-investment-banking-zu-corporates-gelingt\/\">&#8230; <br \/><span class=\"mehr-link\"><br \/>\u2192 Zum Artikel<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-1271","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1271","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1271"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1271\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1272,"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1271\/revisions\/1272"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1271"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1271"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/f-finance.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1271"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}